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Fotogramme sind die im Tonwert umgekehrten Abbildungen von meist dreidimensionalen Dingen auf fotografischem Material. In der Regel werden beim Fotogramm die schattenwerfenden Gegenstände auf dem Fotopapier positioniert und belichtet. Dort wo Licht auf das empfindliche Material fällt, wird dieses dunkel bis schwarz, dort wo sich Schatten abbilden, bleibt der weiße Grund erhalten. So entstehen 'negative' Ansichten des Gegenstands.

Seit Beginn des 20. Jahrhundert zählt das Fotogramm zu einem wichtigen Bereich der Experimentellen Fotografie. Die vielfältigen Möglichkeiten und der direkte Umgang mit fotografischen Verfahren und Materialien machen es zu einem interessanten Versuchsfeld. Künstlerische Arbeiten von vielen Fotografen belegen diese Vielfalt.

Das Körperfotogramm ist eine Sonderform dieses Verfahrens. Hier werden nicht Gegenstände sondern menschliche Körper direkt belichtet. Die nahezu 1:1 Abbildung der Körperform, die Reduzierung plastischer Formen auf eine flächige Darstellung und das Wechselspiel zwischen erkennbaren, individuellen Merkmalen und einem gewissen Mass an Abstraktion machen dieses Verfahren im Kanon fotografischer Abbildungsweisen bedeutsam. Verschiedene Bezüge vom Turiner Grabtuch bis zu Spuren menschlicher Wesen nach den Atomwaffenabwürfen 1945 sind Ansatzpunkte für eine gedankliche Auseinandersetzung mit diesen Bildern.