Polaroid steht für die Sofortbildfotografie auch wenn es Lizenzen für andere Hersteller gibt. Meist wird das Polaroid-Verfahren zur Dokumentation, im medizinischen Bereich oder für private Nutzung benutzt um sofort nach der Belichtung des Films auch ein Positiv in der Hand zu halten. Die Qualität der Kameras und des Filmmaterials reicht dabei an herkömmliche Verfahren nicht ganz heran, Polaroid besticht durch die schnelle Verfügbarkeit und Schnelligkeit und das Erlebnis der Bildentstehung.
Zwei wichtige Technologien haben sich herausgebildet: Das Trennblatt (Negativ und Positiv werden nach der Entwicklungszeit getrennt) und das Einblatt (das Blatt kommt aus der Kamera und bleibt komplett).

Bestimmte Filmsorten lassen sich während der Entwicklung gegen die Herstelleranweisung beeinflussen. Das Trennblatt kann vorzeitig getrennt und das Negativ auf einen anderen Träger aufgebracht werden. Dabei wechselt das Bild auf diesen Träger, Spuren beim Abziehen lassen sich nicht immer vermeiden. Es entsteht ein Ergebnis zwischen Fotogafie und Grafik mit eigenen reizvollen Eindrücken.
Das Einblatt als eigentlich geschlossenes System ist während weiniger Minuten nach dem Auswurf aus der Kamera durch thermische und mechanische Beeinflussung zu verändern. Die Bildschicht lässt sich dabei verschieben, der Grad reicht von leichten Manipulationen, die noch fotografsich anmuten, bis zur völligen Auflösung erkennbarer Strukturen.

Immer schon haben die Polaroid-Verfahren Künstler angeregt mit dem Sofortbild zu experimentieren. Der umgehende Zugriff auf das Ergebnis und die daraus resultierende Weiterarbeit, die Manipulation fotografisicher Gegebenheiten und nicht zuletzt ein Unikat als Ergebnis machen das eher festgefügte System von Polaroid zu einem anregenden künstlerischen Arbeitsfeld.